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Drei Solinger Sieger: Innovationspreis „Rheinland genial“

1. März 2022

Solinger Erfolgsgeschichten: Drei Unternehmen bekommen den Innovationspreis „Rheinland genial“

Seit 2020 verleiht der Verein Metropolregion Rheinland e.V. den Award an Unternehmen, Organisation und Einrichtungen, die sich durch besondere Produkte, Dienstleistungen, Technologien, Services und andere Erfindungen auszeichnen. Der Award wurde am 1.3.2022 an die drei Solinger Preisträgerinnen und Preisträger in der Alten Maschinenhalle übergeben.

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Frank Balkenhol, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Solingen und Gründer- und Technologienzentrum Solingen, überreichten den drei Preisträgerinnen und Preisträgern die Innovationsawards. Im letzten Jahr wurden bereits zehn innovative Solinger Unternehmen und Einrichtungen mit dem Award der Metropolregion Rheinland ausgezeichnet. Nun konnten wieder kreative und innovative Köpfe aus Solingen die Metropolregion Rheinland überzeugen. Ausgezeichnet wurden die Unternehmen Dinnebier Licht GmbH, Imbre GbR und sportsforcharity // sfc-Event GmbH & sportsforcharity Stiftung. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Vereins, freut sich über die Preisträgerinnen und Preisträger aus Solingen: „Die Metropolregion Rheinland ist Deutschlands Innovationsregion. Und gerade Solinger Unternehmen setzen hier immer wieder überzeugende Akzente auf dem Weg in die Zukunft – vor allem, wenn es um die Themen Digitalisierung, neue Technologien und Nachhaltigkeit geht. Das macht mich sehr stolz.“

Frank Balkenhol war ebenfalls begeistert: „Es freut mich, dass wir nach wie vor zahlreiche Unternehmen, Startups, Einrichtungen oder Personen in Solingen haben, die den Erfindergeist wahren und an neuen Innovationen tüfteln. Für die ausgezeichneten Preisträgerinnen und Preisträger ist es nebenbei ein schöner Effekt, so viel Aufmerksamkeit für Ihre Innovationen zu erhalten. Wir von Solingen.Business werden uns dafür einsetzen, dass auch in Zukunft zahlreiche Preisträger aus Solingen kommen.“

Im Verein Metropolregion Rheinland kooperieren Akteure aus Kreisen und kreisfreien Städten, den Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern, der Städteregion Aachen und dem Landschaftsverband Rheinland, um ihre interkommunale und regionale Zusammenarbeit zu verbessern. Durch die Bündelung der Interessen und gemeinsame Aktivitäten soll das Rheinland verstärkt als zusammenhängender Wirtschafts- und Lebensraum wahrgenommen werden und zu einer Metropolregion von europäischer Bedeutung wachsen.

Die Solinger Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Die Dinnebier Licht GmbH erhält den Innovationsaward für ihr nachhaltiges Unternehmenskonzept. Der Hersteller hochwertiger Design- und Sonderleuchten vertritt mit der hauseigenen Leuchtenkollektion „Licht im Raum“ einen klaren Anspruch an Nachhaltigkeit, Regionalität und traditioneller Handwerkskunst.

Die sportsforcharity Stiftung veranstaltet exklusive Premium-Sport- und Businessveranstaltung um Spenden zu sammeln, die in die Entwicklung von außergewöhnlichen und individuellen Begleittherapieformen fließen, welche benachteiligten oder krebskranken Kindern Momente der Erholung und Lebensfreude schenken. Für dieses Engagement erhält die sportsforcharity Stiftung den Innovationsaward. Das Startup sitzt bereits seit 2018 im Solinger Coworking Space Coworkit (https://coworkit.de/) und nutzt dort neben den Räumlichkeiten auch die Förderprogramme und Beratungsangebote des Solinger Startup Accelerators (https://accelerator-solingen.de/).

Die Imbre GbR erhält den Innovationsaward für den smarten Desinfektionsmittelspender „Imbre“, der durch Sensoriken und eine Smartphone-App ermöglicht, sich kontaktlos die Hände zu desinfizieren. Der „Imbre“ verfügt außerdem über eine Funktion, die den Nutzer automatisch an das Desinfizieren seiner Hände erinnert. Das Startup wurde bei seiner Geschäftsmodellentwicklung vom Solingen.Business-Team im Rahmen des Startup-Föderprogramms bergsteiger-accelerator (https://accelerator-solingen.de/) sowie bei der Produktentwicklung vom 3D-Startup-Campus (https://3dstartupcampus.de/) unterstützt.

Alle Preisträger des Innovationsawards | (C) Bastian Glumm

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Awards „Rheinland Genial“ aus Solingen in ausführlicher Darstellung:

Dinnebier Licht GmbH

Die Dinnebier Licht GmbH ist seit 1956 Hersteller hochwertiger Design- und Sonderleuchten. Mit der hauseigenen Leuchtenkollektion „Licht im Raum“ vertritt das Unternehmen einen klaren Anspruch an Nachhaltigkeit, Regionalität und traditioneller Handwerkskunst. Das Unternehmen wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Dinnebier Licht GmbH realisiert in 2019 einen neuen Firmensitz in Solingen. Untergebracht sind dort das Planungsbüro, die Werkstatt und ein Manufaktur-Werksverkauf.

Nachhaltigkeit und die regionale Produktion der Leuchten in perfekter, traditioneller Handwerkskunst spielen im Familienunternehmen eine grundlegende Rolle. Das Dinnebier Licht Team – bestehend aus Lichtplanern, Innenarchitekten sowie erfahrenen Metallbildnern, Designern und Ingenieuren – entwickelt und gestaltet die Produkte der exklusiven und preisgekrönten Eigenmarke „Licht im Raum“. Nachhaltigkeit spiegelt sich in allen Unternehmensbereichen wider: Im Design und in der Technologie, ökologisch und sozial. Die neue, ganzheitliche Manufaktur bietet optimale Möglichkeiten für eine nachhaltige Produktion.

Traditionelle Handarbeit und Sonderanfertigungen: Während in kreativer Atmosphäre neue Designideen entwickelt werden, werden sämtliche Leuchten in der Manufaktur hergestellt. Stück für Stück. In traditioneller Handarbeit. Es werden hochwertige Materialien wie Porzellan, Edelstahl, Glas oder Messing verwendet. Die Produkte sind für lebenslangen Gebrauch konzipiert. Es wird sichergestellt, dass sie sowohl reparierbar als auch auf künftige Technologien nachrüstbar sind. Es wird besonders gerne mit Geschäftspartnern zusammengearbeitet, die den Nachhaltigkeitsgedanken teilen (so auch mit einer Ökologischen Bank, der Energiegenossenschaft Solingen sowie der Lebenshilfe). Besonders stolz ist die Dinnebier Licht GmbH auf die große Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, die mehr Energie erzeugt, als im Gebäude verbraucht wird.

sportsforcharity // sfc-Event GmbH & sportsforcharity Stiftung

Die Geschichte von sportsforcharity beginnt mit der Diagnose Gehirntumor und dem tragischen Unfall Rosenmontag 2018 der Kunsttherapeutin einer Mitgründerin und heutigen Vorsitzenden der sportsforcharity Stiftung. Die Gründungsidee besteht darin kranken und benachteiligten Kindern und Jugendlichen mehr „Quality Time“ im Alltag zu schenken. Diese „Quality Time“ soll jedoch nicht wie üblich durch Spenden, sondern durch eine Geschäftstätigkeit gesichert werden – soweit die Idee.

Mit Sport- und Businessveranstaltungen wird den Kunden ein exklusives-Premium-Event angeboten. Als Sport-Event werden beispielsweise Indoor-Cycling-Events in exklusiven Locations veranstaltet, wie dem Deutschen Sport und Olympia Museum. Bei den Business-Events treten Größen wie Willibert Pauels besser bekannt als „Ne Bergische Jung“ auf.

Zusätzlich wird durch die Vermarktung von Event-Werbeflächen den Werbekunden die Möglichkeit gegeben, ihr unternehmerisches soziales Engagement öffentlich zu präsentieren und so das Nachhaltigkeitsmanagement zu beleben.

Mit Corona hat sportsforcharity begonnen die Idee zu digitalisieren, dazu wird aktuell die App frinju® in sechs Sprachen entwickelt. Das Motto von sportsforcharity lautet: „Wir von sportsforcharity stärken die Gesundheit von unseren Kunden durch Sport. Dabei fördern wir gleichzeitig Begleittherapieformen wie Kunst oder Musik für benachteiligte oder krebskranke Kinder. Zusammen mit unseren Partnerunternehmen teilen wir diese Lebensfreude.“

 Imbre GbR

Zum Beginn der Corona-Zeit wurde der Blick verstärkt auf Hygiene im Alltag gelegt. In dieser Zeit haben sich die Gründer gefragt, wie der Umgang mit den neuen Herausforderungen sinnvoll unterstützt werden kann und es entstand die Idee, einen kompakten, mobilen Handdesinfektionsmittelspender für den Einsatz im Auto zu entwickeln. Vor allem in Krankenhäusern aber auch in vielen anderen Einrichtungen wurde es zur Regel, sich beim Betreten die Hände zu desinfizieren. In der Öffentlichkeit wurde man oft daran erinnert und legte selbst Wert darauf, unterwegs auf eigene Hygiene zu achten. Aber sobald man sich ins Auto setzt, entsteht eine imaginäre Schutz-Wand zur Außenwelt. Man fühlt sich sicher, es gehört zum persönlichen Bereich und die Vorsicht fällt zu häufig von einem ab. Man fasst das Lenkrad und andere Bereiche im Auto an und kommt nicht mehr dazu, sich die Hände zu desinfizieren, bevor man Zuhause die Lieben begrüßt und in den Arm nimmt. Einfache Flaschen und Tuben mit Desinfektionsmittel sind unhandlich, um sie im Auto zu benutzen oder man vergisst sie schlichtweg im Handschuhfach. Der Imbre sollte daher immer bereit und in Reichweite sein, um sofort nach dem Einsteigen die Hände zu desinfizieren. Intelligente Sensorik erinnert den Fahrer durch audiovisuelle Signale daran, bevor etwas anderes im Innenraum angefasst wird. Die zentrale Eigenschaft dieses Produkts ist es, nach oben zu sprühen. Reguläre Spender geben das Desinfektionsmittel nach unten ab, daher ist der Einsatz im Fahrzeug nur schwierig umsetzbar. Der Spender müsste auf dem Armaturenbrett stehen und dadurch die Sicht behindern. Der Imbre wurde deswegen für den Getränkehalter konzipiert, um vom Fahrer bzw. Beifahrer ohne Störung des Sichtfeldes genutzt werden zu können.

Durch persönliches Interesse am 3D-Druck wurden erste Prototypen mit diesem Verfahren realisiert und immer weiterentwickelt. Die Sensorik und interne Elektronik wurden mehrfach umgeworfen, bis ein vielversprechendes System entstanden ist. In dieser Zeit startete das Accelerator-Programm des Gründer- und Technologiezentrums Solingen und es haben sich für die Gründer viele fruchtbare Kontakte ergeben. Unter anderem auch mit dem 3D Startup Campus NRW, welcher die Imbre GbR durchweg „beraterisch“ aber auch bei der Produktion von Testserien besonders unterstützt hat. Durch den Einsatz eines lokalen, lieferkettenunabhängigen 3D-Druck-Verfahrens sowie kompostierbarer, ökologischer Werkstoffe leistet Imbre einen Beitrag zur Erhaltung unserer Umwelt.

Es ergaben sich bei der Entwicklung noch viele Hürden, die allerdings zu weiteren Produktideen geführt haben, die den Imbre auch in andere Einsatzgebiete bringen wird. Durch den 3D-Druck sind mögliche Formen weitaus weniger limitiert als durch klassische Fertigungsverfahren. So ist u.a. ein Desinfektionsmittelspender in Form eines Frosches entstanden. Durch sein außergewöhnliches Design soll er Kinder ansprechen und zur selbstständigen Desinfektion ihrer Hände animieren. Erste Versuche in Schulen haben gezeigt, dass Kinder gerne regelmäßig den Handdesinfektionsmittelspender nutzen und nicht mehr dazu aufgefordert werden müssen. Eine weitere Froschversion mit dem Schwerpunkt Kindergärten ist in Arbeit, die besonderen Wert auf Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit legt. Die Nutzer können dabei ihre Hand in ein übergroßes Froschmaul halten, in dem es beidseitig mit Desinfektionsmittel besprüht wird. Aus der Not geboren, spezielle Sensoren nutzen zu müssen ergab sich die Möglichkeit, den Imbre zu vernetzen und „Smart“ zu machen. Die Elektronik verfügt über eine Bluetooth- und WLAN-Schnittstelle, wodurch neue Möglichkeiten entstehen. Eine Nutzerfreundliche Bedienung des Imbre per Smartphone-App, vor allem aber eine Rückmeldung über das Nutzungsverhalten. So kann die Verwaltung von öffentlichen Gebäuden oder im besonderen Fall die von Krankenhäusern, genau nachverfolgen, an welchem Standort zu welcher Zeit besonders viel oder wenig Handdesinfektion genutzt wurde. Diese Daten können in den Geräten, in eigens dafür konzipierten Servern oder direkt in der Cloud gespeichert und zentralisiert ausgewertet werden. Durch das System lassen sich somit Hygienekonzepte besser kontrollieren, verbessern und anpassen.

Mit dem Imbre wird die Handdesinfektion in neue Bereiche gebracht und erweitert die Umsetzung in bekannten Einsatzgebieten mit komplett neuen Möglichkeiten.

Pressekontakt
Frank Balkenhol, Geschäftsführer | Wirtschaftsförderung Solingen GmbH & Co. KG, Grünewalder Straße 29 – 31, 42657 Solingen
Mobil   +49 (0) 160 89 75 349 | E-Mail: f.balkenhol[at]solingen.de

Text (C) Solingen.Business
Foto: (C) Bastian Glumm