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Kooperation Wirtschaft und Schule jetzt mal anders und ganz konkret!

9. Oktober 2020

Das hat sich ein Team um die Solinger Wirtschaftsförderung und die Wirtschaftsjunioren Solingen in Kooperation mit diversen Unternehmen aus der Klingenstadt gemeinsam mit der Stadt Solingen, speziell dem Bereich Digitalisierung, vorgenommen. Sie wollen helfen den weiteren Prozess der Digitalisierung der Schulen in Solingen zu unterstützen. Zu dem Start-Team gehören konkret auch die Unternehmen Instana, codecentric, Systemhaus Erdmann, FOURTEXX, Stahl Krebs, GoldbergUllrich Rechtsanwälte.

Die gelernte Schnittstelle von Schule und Wirtschaft ist sicherlich der Übergang von der Schule in den Beruf, die eine wichtige und auch sehr sensible Schnittstelle ist. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet es den bekannten Schulbetrieb zu verlassen und sich in das Arbeitsleben mit seinen anderen neuen Rahmenbedingungen und Anforderungen zu begeben.

Das hier ein Handlungsbedarf besteht, davon zeugen die verstärkten Aktivitäten der Stadt Solingen in den letzten Jahren, bei dem versucht wird den Übergang zwischen Schule und Beruf strukturierter als in der Vergangenheit und damit auch erfolgreicher für die Schulabsolventen sowie für die Wirtschaft zu gestalten. Hier wurde schon umgedacht. Die Überleitung von Schule zu Beruf ist nach den Erfahrungen mit dem Corona-Lock-Down nicht die einzige und auch nicht mehr allein die wichtigste Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft. Wichtige Erkenntnisse aus dem Lock-Down sind, dass es in solchen Situationen nicht nur zu extremen Engpässen bei den Unternehmen kommt, sondern auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an Ihre Grenzen hinsichtlich der Vereinbarung von Beruf und Sicherstellung der adäquaten Beschulung für Ihre Kinder stoßen.

Viele Eltern standen vor dem Problem, dass Sie Ihre schulpflichtigen Kinder zu Hause im sogenannten Homeschooling betreuen mussten, eben weil ein digitaler Unterricht durch die Schulen nicht adäquat gewährleistet werden konnte. So konnten die Eltern ihre Arbeit vielfach nicht mehr im gewohnten Umfang nachgehen. Das war eine neue Situation für die Unternehmen und damit für die Solinger Wirtschaft. In der Konsequenz gab es viele unterschiedliche Einzelsituationen in den Familien und sehr unterschiedliche Voraussetzungen in den einzelnen Schulen.

Dass die Digitalisierung in den Schulen unter den aktuellen Rahmenbedingungen schnell(er) auf den Weg gebracht und organisiert werden muss als bisher ist dabei EINE Erkenntnis. Nach den aktuellen Corona-Erfahrungen muss es aber nach Ansicht der Wirtschaft, aber auch vieler Schulen, vielmehr Ziel sein, dass möglichst jede Schule beim nächsten oder allerspätestens übernächsten Lock down dieser oder ähnlicher Art, die Schülerinnen und Schüler nahtlos auch zu Hause digital und möglichst vollständig beschulen kann.

Die ANDERE Erkenntnis ist, dass, auch wenn die Stadt Solingen als Schulträgerin die in ihrer Verantwortung stehenden Rahmenbedingungen mittlerweile fast vollständig geschaffen hat, wie z.B. das alle Schulen an das Glasfasernetz angeschlossen wurden und das benachteiligte Kinder und Jugendliche mit iPads versorgt werden, es noch vielfältige Bedarfe gibt, die ebenfalls gedeckt werden müssen. Hier setzen die Aktivitäten und das UMDENKEN konkret an.

Der Plan sieht vor, dass man sich darauf konzentriert zwei wesentliche und aufeinander aufbauenden Schulformen, eine Grundschule und eine weiterführende Schule, als Leuchttürme so zu unterstützen, dass sie modellhaft befähigt werden die angeführten Zielstellungen zu erreichen. Die Idee ist, dass die gemachten Erfahrungen und die gemeinsam erarbeiteten Lösungsansätze bzw. Erkenntnisse allen anderen Solinger Schulen transparent zur Verfügung gestellt werden, damit diese ebenfalls von diesem Projekt profitieren können. Das Angebot dieser „Blaupause“ für alle Schulen, wird jetzt mit den beiden beteiligten Schulen, der Grundschule Bogenstraße sowie dem Gymnasium Schwertstraße erarbeitet.

Diese haben sich im Vorfeld verbindlich bereit erklärt alle gemachten Erfahrungen transparent an alle Schulen weiter zu geben. Es geht hier ganz explizit nicht um eine Bevorteilung einzelner Schulen, sondern um die Erarbeitung von Grundlagen auf Basis eines umsetzbaren Projektes, das natürlich nicht gleichzeitig mit allen Schulen erarbeitet werden kann. Das würde die Kapazitäten und Möglichkeiten der Projektpartner übersteigen. Daher der Ansatz der „Blaupause“ mit zwei Schulen.

Um all die beschriebenen Ziele zu erreichen bedarf es vielfältiger Unterstützungsaktivitäten. Expertinnen und Experten der beteiligten Solinger Unternehmen unterstützen die Schulen zum Beispiel bei der Befähigung der Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit den Anforderungen der Digitalisierung. Das erfolgt ebenso ehrenamtlich wie die Befähigung der Eltern, damit diese Ihre Kinder entsprechend unterstützen können. Dafür werden z.B. Videoschulungen für die Eltern mit unterschiedlichen Themen angeboten, wie es bereits am 23.09.2020 erstmals für die Eltern der beiden beteiligten Schulen im Rahmen eines ersten digitalen Pilot-Elternabends erfolgt ist. Sicherlich der Erste dieser Art in Deutschland mit einer Grundschule UND einer weiterführenden Schule. Für beide Zielgruppen (Lehrerinnen/Lehrer und Eltern) spielen Themen wie Datenschutz, der Umgang mit den Geräten, den Videoanwendungen und den verschiedenen Softwaren und vieles mehr eine Rolle. Wichtig ist die Erkenntnis, dass nur im Dreiklang „Schule, Eltern, Schüler*innen“ die Digitalisierung erfolgreich sein kann. Nicht nur für den Lock-Down-Fall sondern vor allem auch für den digitalen Unterricht an den Schulen generell.

Natürlich planen die Partner langfristig dazu beizutragen möglichst alle Schülerinnen und Schüler mit iPads auszustatten und auch weitergehende technische Infrastrukturen an den Schulen bereitzustellen. Im Fokus sind dabei Kooperationen mit den Fördervereinen der Schulen, über die die Gerätebeschaffung erfolgen könnte, bis hin zu elternfinanzierten Ansätzen.

Allen Beteiligten ist aber sehr wichtig, dass der Solinger Ansatz das Land NRW nicht aus der Verantwortung nimmt, ihre Aufgabe, die Digitalisierung und die notwendige Ausstattung der Schulen schnell(er) voranzubringen, auch weiterhin zu erfüllen. Dies wird aber länger dauern, als von Seiten der Solinger Wirtschaft (und sicherlich auch der Schulen in Solingen) gewünscht und als erforderlich betrachtet wird.

Daher ist eine hohe Motivation bei allen Beteiligten vorhanden, hier schneller zu sein als der „normale Gang der Dinge“, auch um widerstands- und handlungsfähiger in einer weiteren Situation – wie sie bei Corona erlebt wurde – zu sein. Es ist daher leicht nachvollziehbar, dass der Bildungs-, Wirtschafts- und Lebensstandort Solingen sich mit solchen Fortschritten einen echten Wettbewerbsvorteil erarbeiten kann, der den Bürgerinnen und Bürgern, den Schulen UND der Wirtschaft gleichermaßen nutzt.

Pressekontakt

Frank Balkenhol, Geschäftsführer

Wirtschaftsförderung Solingen GmbH & Co. KG, Grünewalder Straße 29 – 31, 42657 Solingen

Mobil   +49 (0) 160 89 75 349 | E-Mail: f.balkenhol@solingen.de