Oberbürgermeister Daniel Flemm und die Geschäftsführung der Solinger Wirtschaftsförderung Solingen.Business ziehen Zwischenbilanz und stellen die Veränderungen und Schwerpunkte der bisherigen Zusammenarbeit vor. Im Fokus stehen ein besser verzahnter Unternehmensservice, die Entwicklung von Gewerbeflächen und die Förderung von Innovation. 

Wie muss eine kommunale Wirtschaftsförderung heute arbeiten, damit sie Unternehmen tatsächlich weiterhilft? Mit dieser Frage beschäftigt sich Solingen.Business seit Beginn der Neuaufstellung. Beim Meet & More Special „Inside Solingen.Business“ haben Oberbürgermeister Daniel Flemm und die Geschäftsführer Achim Willke und Phil Derichs gezeigt, was sich seit dem Amtsantritt des Oberbürgermeisters im November 2025 verändert hat. 

Die Neuaufstellung ist kein Vorhaben, das an einem einzigen Tag begonnen hat. Erste organisatorische Veränderungen und der Aufbau eines ganzheitlichen Serviceansatzes reichen in die vergangenen Jahre zurück. Bereits seit 2024 setzt Solingen.Business auf Shared Leadership. Verantwortung wird geteilt, damit Wissen und Entscheidungen nicht von Einzelpersonen abhängig sind. Die Themenfelder sind über Projektpatenschaften verteilt und liegen so bei den Ansprechpersonen im Team, die sie fachlich am besten voranbringen. Dass dieser Weg auch über Solingen hinaus Anerkennung findet, zeigt die Auszeichnung des vergangenen Jahres. Beim Forum deutscher Wirtschaftsförderungen holte Solingen.Business den Award „Innovative Wirtschaftsförderung 2025“ in der Kategorie „Städte“. Mit dem Amtsantritt von Oberbürgermeister Daniel Flemm im November 2025 erhielt die weitere Entwicklung zusätzlichen Stellenwert. Seit dem Frühjahr 2026 wird Solingen.Business von Stadtkämmerer Daniel Wieneke sowie Achim Willke und Phil Derichs geführt.  

„Ich habe im Wahlkampf gesagt, dass die Wirtschaft für mich absolute Priorität hat. Daran hat sich nichts geändert. Wir müssen als Stadt ansprechbar sein und die Anliegen der Unternehmen ernst nehmen. Das gelingt nur, wenn Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderung eng verzahnt arbeiten. Wir müssen die Wege zwischen den Beteiligten kürzer gestalten und gute Ideen schneller voranbringen“, sagt Oberbürgermeister Daniel Flemm. 

Oberbürgermeister Daniel Flemm und die Geschäftsführung der Solinger Wirtschaftsförderung Solingen.Business.
Oberbürgermeister Daniel Flemm und die Geschäftsführung der Solinger Wirtschaftsförderung Solingen.Business.

Ziel der Neuaufstellung ist es, die Wirtschaftsförderung und das Gründer- und Technologiezentrum (GuT) stärker als gemeinsame Anlaufstelle aufzustellen. Unternehmen sollen Unterstützung über alle Entwicklungsphasen hinweg erhalten, von der Gründung über Wachstum und Standortfragen bis hin zu Transformation und Nachfolge. Ein zentrales Backoffice koordiniert Anfragen und Termine. Im Business Service, der seit Juli 2026 von Ingo Lückgen verstärkt wird, laufen Themen wie Standortsuche, Expansion, Fördermittel, Fachkräfte und Infrastruktur zusammen. In der Praxis heißt das: Fragt ein Unternehmen etwa wegen einer Erweiterung nach einer passenden Fläche oder einer Genehmigung, nimmt das Backoffice die Anfrage auf, der Business Service übernimmt die Betreuung und bringt die zuständigen Stellen in Verwaltung und Wirtschaft zusammen. Das Unternehmen muss den Weg nicht allein suchen, sondern wird auch über mehrere Stellen hinweg von Solingen.Business begleitet. 

„Wir müssen uns vor allem um die Themen kümmern, die Unternehmen im Alltag beschäftigen: verfügbare Gewerbeflächen, Genehmigungen, Fördermöglichkeiten, Fachkräfte oder die Zukunft des eigenen Betriebs. Ein Unternehmen sollte nicht erst herausfinden müssen, wer in der Verwaltung oder bei uns zuständig ist. Unsere Aufgabe ist es, den richtigen Kontakt herzustellen und an einem Anliegen dranzubleiben“, erklärt Geschäftsführer Achim Willke.  

Inhaltlich konzentriert sich Solingen.Business dabei auf drei eng verbundene Felder: den Ausbau des Business Service, die Entwicklung und Vermarktung von Gewerbeflächen sowie die Förderung von Startups und Innovation. 

Im Bereich der Gewerbeimmobilien prüfen Expertinnen und Experten, wie die Einführung eines Gewerbeflächenkatasters aussehen könnte. Ziel dieses Instruments ist die umfassende und systematische Erfassung verfügbarer Immobilien und Flächen, um die Standortsuche zu erleichtern. Der Innovation.Belt gibt den unterschiedlichen Standorten dabei innerhalb von Solingen einen Rahmen. Dazu gehören der Innovation.Campus an der Grünewalder Straße mit dem Gründer- und Technologiezentrum, der IT.Campus im Umfeld des Hauptbahnhofes in Ohligs und der Change.Campus Rasspe-Areal mitten im Bergischen Städtedreieck. Auf dem Change.Campus wird aus einer ehemaligen Industriebrache ein modernes Gewerbegebiet, in dem Unternehmen, Kreative und Startups passgenaue Grundstücke erwerben können. Aktuell wird das Areal mit einer Erschließungsstraße und der dazugehörigen Infrastruktur für die künftige Nutzung erschlossen.  

Gründerinnen und Gründer sind für Solingen.Business kein Randthema, sondern Teil des Standortversprechens. Mit dem ausgezeichneten Coworking Space coworkit, dem bergsteiger-accelerator, dem berg-pitch®, dem TechCenter und dem Makerspace gibt es am Innovation.Campus Räume und Programme für jede Phase: von der ersten Idee über den Prototyp bis zur Marktreife. Gemeinsam mit solingen.digital entstehen zusätzlich Schnittstellen zwischen Verwaltung, Startups und dem Solinger Mittelstand. 

Dass dieser Ansatz überzeugt, zeigt auch die Doppelauszeichnung des coworkit. Bereits 2025 belegte es den ersten Platz beim Deutschen Coworkingpreis als „Bester kommunaler oder öffentlich geförderter Coworking Space“, in diesem Jahr wurde es in der Kategorie „Wirksamste Start-up- und Technologieförderung“ gewürdigt. Für Solingen.Business ist das mehr als eine Auszeichnung. Es bestätigt, dass ein kommunal getragener Ort Gründerinnen und Gründern echten Mehrwert bietet und dass Startup- und Technologieförderung am Innovation.Campus wirkt. 

„Wir wollen die verschiedenen Angebote so zusammenbringen, dass Unternehmen nicht in Zuständigkeiten denken müssen. Gerade bei Startups und Innovationen ist es wichtig, Kontakte herzustellen und Ideen in die Anwendung zu bringen. Davon können junge Unternehmen ebenso profitieren wie etablierte Betriebe, die neue Lösungen suchen“, sagt Geschäftsführer Phil Derichs. 

Die Unternehmensbefragung ist dabei ein wichtiges Instrument, um die Neuausrichtung von Solingen.Business zu schärfen. Dabei wird sie als Grundlage genutzt, um Bedarfe zu verstehen, Handlungsempfehlungen abzuleiten und die Services für die Solinger Wirtschaft zu festigen. Die Befragung wird gemeinsam mit der Statistikstelle der Stadt Solingen durchgeführt. Neben der Befragung sind Unternehmensbesuche und persönliche Gespräche die Grundlage für die weitere Arbeit. Auch Netzwerke und konkrete Kooperationen zwischen Startups, Unternehmen, Verbänden, Institutionen und Verwaltung sollen an Gewicht gewinnen. 

Die Geschäftsführer und Oberbürgermeister Daniel Flemm verstehen die Weiterentwicklung ausdrücklich als gemeinsame Aufgabe. Dafür braucht es auch die Unternehmen selbst, ihre Rückmeldungen, ihre Ideen und die Bereitschaft, sich in den Austausch einzubringen. 

„Wir können als Wirtschaftsförderung vieles anstoßen und die richtigen Menschen zusammenbringen. Dafür müssen wir aber konkret wissen, was die Unternehmen beschäftigt. Kritik ist wichtig und ausdrücklich willkommen. Sie hilft allerdings am meisten, wenn wir darüber miteinander sprechen und nach echten Lösungen suchen. Ein attraktiver Wirtschaftsstandort entsteht nicht allein durch die Ideen der Verwaltung. Dazu müssen alle ihren Teil beitragen“, so Daniel Flemm.  

Solingen.Business versteht sich dabei als Ansprechpartner und Verbindung zwischen Unternehmen, Stadtverwaltung und weiteren Partnern am Standort. Der Anspruch ist, nicht nur auf einzelne Anliegen zu reagieren, sondern die Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Entwicklung in Solingen dauerhaft zu verbessern.